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Gehölzbestimmung

Erfreut begrüßte Dipl. Biologin Susanne Petersen, stellvertretende Technische Leiterin des Botanischen Gartens, eine Gruppe von 50 interessierten Pflanzenfreundinnen und Pflanzenfreunde zur Lehrwanderung "Gehölzbestimmung" am 2. März 2014.

 

 

 


Mit Verweis auf den Schwerpunkt "Heimische Gehölze" und die Gattungs- und Artbestimmung mit Hilfe eines Bestimmungsschlüssels erläuterte sie die Bedeutung einer Gehölzbestimmung im Winter.

Sie führte weiter aus, dass es eine Vielzahl von Merkmalen gibt, die eine Bestimmung von blattlosen Gehölzen ermöglichen, dass jedoch schon Kombinationen anhand von nur zwei oder drei Hauptmerkmalen zum Ziel führen können. Das wären zum Beispiel der Habitus   (Baum oder Strauch), Anordnung der Zweige und Knospen (gegenständig, wechselständig, zweizeilig, Bewehrung, Behaarung) oder auch die Farbe und Beschaffenheit der Rinde/Borke. Rasch wurden Zweige verteilt. Sie sollten dem jeweiligen Baum oder Strauch zugeordnet werden und die Bestimmung erleichtern.

Eifrig wurden die jeweiligen Bäume und Sträucher nach typischen Merkmalen inspiziert.
Begleiten Sie uns auf unserer Exkursion:

Kornelkirsche (Cornus mas)

Von weitem leuchten uns die gelben Blüten der Kornelkirsche entgegen. Sie gehört zu den ersten Frühlingsblüher und wird der Familie der Hartriegelgewächse zugeordnet. Der Großstrauch stellt eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten dar. Neben den doldenförmigen zwittrigen Blüten sind die gegenständigen Blattknospen deutlich zu erkennen. Besonderheit: Während die jungen Triebe aufgrund der stattfindenden Fotosynthese olivgrün sind, nehmen die älteren Zweige eine graue Färbung an.

Hainbuche (Carpinus betulus)

Die Hainbuche gehört der Familie der Birkengewächse an. Die Blätter sind wechselständig, das Blatt ist oval mit gezähntem Blattrand. Braune Blätter hängen auch in dieser Jahreszeit noch oft an den Zweigen des Baumes. Häufig wird das Gehölz als Hecke gezogen und ist z.B. als Winterschutz hervorragend geeignet.

Haselnuss (Corylus avellana)

Wir stehen vor einem stattlichen Großstrauch aus der Familie der Birkengewächse. Die Blattknospen sind wechselständig. Susanne Petersen erklärt, dass die Haselnuss einhäusig ist, d.h. männliche und weibliche Blütenstände auf einer Pflanze aufweist und dass die Blütenstände schon im Vorjahr angelegt und vom Wind bestäubt werden.

Die Kätzchen sind Blütenstände aus ganz vielen einzelnen, kleinen Blüten und bestehen aus Schuppenblättchen. Darunter befinden sich die Pollensäcke. Für Allergiker ein lästiges Übel, für Bienen jedoch eine willkommene Nahrungsquelle.

Die weiblichen Blütenstandsknospen sind, wie das Foto am Beispiel einer Baumhasel verdeutlicht - mit roten herausragenden Narben, klein und relativ unscheinbar. 

 

 

 

 

 

 

 

Stieleiche (Quercus robur)

Die Stieleiche, auch Deutsche Eiche genannt, gehört der Familie der Buchengewächse an und wurde vom Habitus eindeutig als Baum identifiziert. Die Knospen sind wechselständig und am Ende der Langtriebe sammeln sich viele Knospen. Im Gegensatz zur Traubeneiche sitzen bei der Stieleiche die Früchte an langen Stielen. Daher auch die Namensgebung.

Die Eiche bietet rund 1.000 verschiedenen Tierarten eine Heimat. Diese leisten einen wertvollen Beitrag zur Dezimierung von Schädlingen.

Liguster (Ligustrum vulgare)

Der sehr schnittverträgliche Strauch aus der Familie der Ölbaumgewächse besitzt neben gegenständigen Blattpaaren und dunkelbraunen bis grünlichen Knospen ein weiteres Erkennungsmerkmal: Schwarze Beeren (schwach giftig), die jedoch von Vögeln gerne genommen werden.

Esche (Fraxinus excelsior)

Die Esche zählt zu den höchsten Laubbäumen Europas und gehört der Familie der Ölbaumgewächse an. Besonders auffällig sind die dicken Triebe mit den schwarzen, mützenförmigen Endknospen sowie die mit zahlreichen Flechten besetzte längsrissige Borke. Die kleineren Seitenknospen sind mit schwarzen, filzigen Haaren besetzt.
Auch die Esche gehört zu den Frühjahrsblühern.

Eberesche (Sorbus aucuparia)

 

Wir stehen vor einem stattlichen Baum, auch Vogelbeere genannt, aus der Familie der Rosengewächse. Die Knospen sind wechselständig, die Blütenknospen behaart. Üppige Flechten in verschiedenen Farben besiedeln die Zweige. Deutlich erkennbar sind die Reste der Fruchtstände.

Bergahorn (Acer pseudoplatanus)

Wieder ein stattlicher Baum aus der Familie der Ahorngewächse. Die Knospen sind kreuzgegenständig und grün.  Er zeigt eine leuchtend gelbe Herbstfärbung.

Susanne Petersen erklärt die wesentlichen Unterschiede zum Spitz- und Feldahorn.

Spitzahorn (Acer platanoides)

Im Gegensatz zum Bergahorn ist der Spitzahorn an den gegenständigen, eiförmigen, rotbraunen Winterknospen zu erkennen.

Feldahorn (Acer campestre)

An den älteren Ästen befinden sich zahlreiche, of parallel in Triebrichtung verlaufende Korkleiste.

Ulme (Ulmus Regal Resista Ulme)

Bei der Resista Ulme handelt es sich um eine Kreuzung zwischen Sibirischer Ulme (U. pumila) und je einer Sorte der Feldulme (U. minor 'Hoersholmiensis') und der Holländischen Ulme (U. x hollandica 'Commelin'). Sie gilt als resistent gegen die gefürchtete Ulmenkrankheit. Die Borke ist dunkelbraun, die Seitenknospen abstehend. Die Blüten sind zwittrig und erscheinen in Trugdolden.

Schlehe (Prunus spinosa)

Die Schlehe, auch Schwarzdorn genannt, gehört der Familie der Rosengewächse an. Die Zweige des Strauches besitzen viele Seitendornen. Die Knospen sind wechselständig, die Rinde ist schwarzbraun.

Als typisches Knickgehölz breitet sich die Schlehe gerne durch Ausläufer aus, gewährt  Tieren einen guten Unterschlupf und stellt eine wertvolle Bienenweide dar. Die Früchte ergeben eine wohlschmeckende Marmelade.

Hängebirke (Betula pendula)

Schon von weitem leuchtet uns der Baum aus der Familie der Birkengewächse mit seiner weißen Rinde und den sehr dünnen, überhängenden Zweigen entgegen. Anhand eines Zweiges erläutert Susanne Petersen ein weiteres Erkennungsmerkmal, sie lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die warzigen Erhebungen, auch Korkwarzen oder Lentizellen genannt. Es handelt sich hierbei nicht um echte Zellen, sondern um Atemporen von Bäumen, die aus Korkzellen bestehen.

Zahlreiche Lentizellen auch am Holunder!

Es ist spät und ziemlich kühl geworden. Nicht alle zur Bestimmung vorgesehenen Bäume/Sträucher konnten identifiziert werden. Deshalb stellte uns Susanne Petersen eine Fortsetzung des Bestimmungskurses in Aussicht. Wir freuen uns drauf!

Herzlichen Dank an Susanne Petersen für diese interessante und lehrreiche Einführung in die Bestimmung von heimischen Gehölzen.

Fotos: Manfred Böhmer

AnBoeh