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Meine Finken & ich

oder wie ich die Evolutionstheorie ausbrütete

Jens Müller, Alsterverlag Hamburg 2009, 104 Seiten, geb. ISBN 978-3941808010, € 14,90.

1831 ging Charles Darwin mit der HMS Beagle auf eine fast fünf Jahre lange Reise um die Welt. Auf dieser Reise sammelte er Unmengen an Material, an welchem er und einige Kollegen noch jahrelang forschen sollten. Begleiten Sie Charles Darwin auf seinen Reisen.

 

Offen gestanden, Comics waren bisher nicht meine erste Wahl. Aber der Autor Jens Müller hat es immerhin geschafft, dass ich die gesamten 104 Seiten in einem Rutsch gelesen habe. Er beschreibt und illustriert, wie Darwin in liebevoller Umgebung  als Sohn eines wohlhabenden Arztes aufwuchs, aber für Käfer mehr Interesse zeigte als für das Konjugieren von Verben. Viel lieber experimentierte er mit seinem Bruder Erasmus in einem kleinen Gartenhäuschen. Die Schule war für Darwin eher nebensächlich, und so wurde er von seinem Vater zusammen mit dem Bruder an die Uni von Edinburgh beordert, um dort Medizin zu studieren. Hier traf er auf den Dozenten Robert E. Grant, der sich für Schwämme und Nacktkiemenschnecken begeisterte und Darwin den Evolutionsgedanken näher brachte.

Auf den Spuren von Cuvier, Lamarck und Grant erläutert Jens Müller auf amüsante Weise den jugendlichen und länger jung gebliebenen Lesern die Homologie (= ähnliche Merkmale, die aus einem gemeinsamen Ursprung resultieren) anhand "der Flosse von Charles" und einer Orca-Flosse.

Während Darwin von Georges Baron de Cuvier, dem Begründer der Paläontologie, inspiriert wurde, zeigte er sich den blutigen Operationen, die sein eigentlicher Studiengang mit sich brachte, nicht gewachsen. Er wechselte den Studiengang, studierte fortan an der Universität Cambridge und war nach bestandenem Examen  Kandidat für das Priesteramt. Doch dann erreicht sein Leben eine bahnbrechende Wendung. Darwin begibt sich als Naturforscher mit der HMS Beagle auf eine fast fünf Jahre dauernde Reise um die Welt.

Jens Müller beschreibt nun im Schnelldurchgang weiter die unterschiedlichsten Details der Evolutionstheorie und bringt mit witziger Feder aber etwas derber Sprache auch das „Skandalthema“ der sexuellen Selektion und des weiblichen Wahlverhaltens aufs Tablett. Als anschauliches Beispiel dienen dabei die Pfauen.

Wer eine Portion Humor sein eigen nennt, wird eine Menge über Darwin und seine Zeit erfahren und seine Freude an diesem wissenschaftlichen Comic haben.

AnBoeh

Blick ins Buch

Vorwort

Editorial

Leseproben:


Langer Hals und nasse Flosse

Warum ich mein Medizinstudium schmiss

Sexuelle Selektion