Gartenautoren stellen sich vor

"Gärtnerseelen - Warum Dreck unter den Fingernägeln glücklich macht"

Am 10. November 2013 eröffnete Gartenkustos Dr. Martin Nickol die sehr gut besuchte neue Lesereihe im Mediterranhaus des Botanischen Gartens. Umgeben von ehrwürdigen Kamelien startete die mehrfache Gartenautorin  Christiane Büch ihre Buchvorstellung "Gärtnerseelen – Warum Dreck unter den Fingernägeln glücklich macht" mit einem Rätsel und stellte Jimmy, ihren einzigen Gartenzwerg vor.

Einleitend stellte sie klar, dass ihr Buch sich zwar in erster Linie an die Gärtnerinnen richtet, dass aber durchaus auch die weibliche Seite der Herren Gärtner angesprochen werden soll. Nach ihrer Erfahrung sind es allerdings bei Ehepaaren zu 90% die Frauen, die den Garten hegen, während die Männer eher für das Grobe zuständig sind. Sind es dann aber doch gartenbegeisterte Männer, so sind auch sie voll dabei und kennen sogar die botanischen Bezeichnungen ihrer Pfleglinge.

Was ist es also, das uns am Gärtnern fasziniert? Warum macht Gärtnern glücklich? Gärtnern ist mehr als ein Hobby, es ist Leidenschaft! Aber was ist es genau? Warum lässt es uns nie wieder los? Diese Fragen beschäftigten Christiane Büch  und sie versuchte mit Hilfe anderer begeisterter GärtnerInnen, ihnen auf den Grund zu gehen.

Um Antworten darauf zu finden, besuchte Christiane Büch während einer Gartensaison neun Gärten und ihre Besitzer. Es handelte sich dabei um sehr unterschiedliche Gärten und ebenso verschiedene GärtnerInnen. Und es folgte ein spannendes Experiment.

Als unterhaltsames Schmankerl zwischendurch bat die Autorin nun Dr. Nickol, das Schneckengedicht aus ihrem Buch vorzulesen, was dieser charmant und mit viel Humor meisterte.

Dann erläuterte Christiane Büch ihr aussergewöhnliches Experiment mit der Gilleniazeit: Beim Pfingstfest-Treffen erhielt jede der neun GärtnerInnen eine ihr unbekannte Pflanze (Gillenia trifoliata, die Dreiblattspiere), um sie kennenzulernen, ihre Bedürfnisse zu erspüren, einen optimalen Platz für sie auszusuchen und vielleicht sogar mit ihr zu kommunizieren.

Am 22. Mai war dann Pflanztag für die Beteiligten. Und sie schilderte auf amüsante Weise Ausschnitte aus den Ergebnissen dieses Versuches. Zum Beispiel, wie das eher kopfgesteuerte Gärtnerehepaar zuerst für ihre Pflanzen unabhängig voneinander den gleichen Platz ausgesucht hatte, und wie die Gärtnerin plötzlich nicht mehr sicher war, ob sie wirklich ein Kopfmensch sei, die Pflanze befragte und ihr dann den gewünschten (neuen) Platz gewährte.

Das Publikum bedankte sich mit großem Beifall für die gelungene Buchvorstellung.

AnBoeh