Enzyklopädie der Wildobst- und seltenen Obstarten

Wilde Früchte haben mich schon immer interessiert. Dem Buch „Enzyklopädie der Wildobst- und seltenen Obstarten“ sah ich deshalb mit Spannung entgegen. Der Verfasser, Helmut Pirc, stellt darin mehr als 200 seltene Obstarten und Wildfrüchte vor, die im eigenen Garten angepflanzt werden können.

Das Spektrum reicht von bei uns heimischen Wildobstarten und deren Auslesen wie Sanddorn, Kornelkirsche (in Österreich als Dirndlstrauch bekannt), Holunder und Wildrosen bis hin zu bei uns nicht heimischen seltenen und besonderen Obstarten wie die beinahe subtropische Indianerbanane, die Goji-Beere oder die Schwarze Apfelbeere. Es wird ergänzt durch Ebereschen-Hybriden, Mini-Kiwis, sowie die sehr selten

verwendeten Arten wie Persimone, Blauschotenstrauch, Büffelbeere, Butternuss, Ölweide und Moltebeere, um nur einige Beispiele zu nennen.

Besonders spannend fand ich das Kapitel über die bedeutende Familie der Strahlengriffelgewächse mit ausführlichen Beschreibungen der Chinesischen Kiwi und der immer beliebter werdenden Mini-Kiwi mit Sorten und Auslesen. Von den unter „weitere Arten“ beschriebenen Kolomikta-, Schwarzmänniger- und Macrosperma-Strahlengriffel sowie der Silberrebe hatte ich noch nie etwas gehört.

Ebenso lehrreich fand ich die Informationen über die Familie der Maulbeergewächse. Die dieser Familie angehörende Feige kennt wohl jeder, aber dass dazu auch die Weiße-, Schwarze-, Rote- und „Macroura“ Maulbeere sowie der Seidenraupenbaum, auch Che genannt (mit essbaren Früchten) dazugehören, das war neu für mich.

Mehr als 1.000 Bilder insbesondere von den Früchten der einzelnen Arten geben dem Leser einen guten Einblick in die Vielfalt der beschriebenen Obstarten und erleichtern die Bestimmung. 

Gegliedert werden die Wildobstarten nach der lateinischen Bezeichnung der entsprechenden Familien. Innerhalb dieser Familien finden sich dann die deutschen Bezeichnungen. Nach einer allgemeinen Vorstellung folgen Informationen über „Pflanzenmerkmale und Verbreitung“, „Blüte“, „Eignung“, „Frucht“, „Frucht“, „Inhaltsstoffe“, „Verwertung“, „Standortansprüche und Pflege“,“Krankheiten und Schädlinge“, „Vermehrung und Anzucht“ und Beschreibungen von „Weiteren Arten“.

Fazit: Das liebevoll gestaltete und reichhaltig bebilderte Buch liegt sehr gut in der Hand. Ich habe dieses Nachschlagewerk schätzen gelernt und kann es uneingeschränkt empfehlen. Winzige Einschränkung ist das fehlende Stichwortverzeichnis mit den gängigen deutschen Bezeichnungen. Diese sind zwar bei jeder Pflanzenfamilie angegeben, aber im einen oder anderen Fall ist die Pflanzenfamilie nicht sofort präsent und dann muss erst das Inhaltsverzeichnis zu Rate gezogen werden. Positiv ist allerdings der dabei entstehende Lerneffekt.

Der Autor
Dr. Helmut Pirc ist Abteilungsleiter für Gehölzkunde und Baumschulwesen an einer Höheren Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau. Mit seinem Praxisbuch „Wildobst und seltene Obstarten im Hausgarten“ hat er bereits ein weit verbreitetes Standardwerk über den Anbau besonderen Obstes in heimischen Gärten veröffentlicht.

ISBN 978-3-7020-1515-2
Helmut Pirc
ENZYKLOPÄDIE DER WILDOBST- UND SELTENEN OBSTARTEN
416 Seiten, durchg. farbig bebildert, Hardcover
€ 39,90 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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