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Diva mit Besonderheiten

Blühwunder: Titanenwurz, die größte Blume der Welt

Kaum zu glauben, aber wahr! Nachdem die Titanenwurz (Amorphophallus titanum) im Botanischen Garten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel nach 15 Jahren in Kultur im März 2012 zum ersten Mal und am Ostersonntag 2014 wieder blühte, schob sie bereits im Frühjahr 2016 einen weiteren Blütenstand nach. Eine wahre Meisterleistung dieser edlen Pflanze! Bedarf es doch in der Regel einer Wartezeit von 5 bis 15 Jahren bis zur erneuten Blühfolge, und manchmal blüht sie überhaupt nicht.

Wieder überraschte uns die Pflanze, denn anstatt wie üblich nach der Blütezeit ein einziges großes Laubblatt zu entwickeln, konnten wir zwei Laubblätter bewundern! Diese sackten in sich zusammen und ermöglichten nun eine Begutachtung der Knolle, verbunden mit Gewichtskontrolle und anschließendem Umtopfen. Das Gewicht der Knolle betrug im Jahr 2015 65 Kilogramm und steigerte sich auf 71 Kilogramm (Stand: November 2017). Wir können gespannt darauf sein, wie es weiter geht.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Foto: Astrid Böhmer

Sicher ist diese phänomenale Entwicklung auch auf die fachgerechte Pflege engagierter MitarbeiterInnen zurückzuführen: Die riesige Knolle braucht nicht nur tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen, sondern reagiert auch ausgesprochen empfindlich auf Beschädigung oder Fraßschäden, was zur Fäulnis und den Verlust der Pflanze führen würde.

Stand: 11. Oktober 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stand: 11. Oktober 2016 

Nicht ganz so angenehm ist der insbesondere zu Beginn der Blüte verströmte Aasgeruch. Doch hat dieser für die in Sumatra beheimatete Pflanze ihren Sinn: Durch einen Täuschungsversuch lockt sie damit in der Natur Fliegen und Käfer, die auf der Suche nach einem geeigneten Brutplatz für ihre Eiablage sind, in den Blütenstand. Den erhofften Brutplatz finden sie hier zwar hier nicht, aber sie bestäuben dabei die weiblichen Blüten, die nur in der ersten Nacht Pollen aufnehmen können und dann absterben. Erst in der zweiten Nacht öffnen sich die eigenen männlichen Blüten. Eine perfekte Strategie, um eine Selbstbestäubung zu verhindern.

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